Berechnen Sie den Leitungswiderstand!

Wenn wir Wasser durch eine Leitung drücken, entsteht Widerstand. Je mehr Wasser pro Stunde durch dieselbe Leitung fließen soll, desto höher ist der Widerstand. Wenn wir die Leitung zudem verlängern, erhöht sich der Widerstand weiter!

Es ist sehr nützlich, diesen Widerstand berechnen zu können. So können wir bei bestehenden Anlagen den zu erwartenden Gegendruck ermitteln und gezielt nach der passenden Pumpe suchen. Bei Neuinstallationen hilft es zu entscheiden, welcher Leitungsdurchmesser in Kombination mit einer bestimmten Pumpe geeignet ist.

Ein Beispiel:

Sie haben eine Beregnungsmaschine von Ihrem Nachbarn erhalten, aber Sie haben noch keine Pumpe. Die Maschine hat einen Regner mit einer Datentabelle. Basierend auf dieser Tabelle haben Sie festgestellt, dass Sie ca. 30 m3/Std. bei einem Druck von 4 bar (direkt an der Düse!) benötigen.

Auf der Maschine befinden sich 200 Meter HDPE-Leitung mit einem Außendurchmesser von 75 mm. Um von der Quelle zur Maschine zu gelangen, sind 100 Meter HDPE-Transportleitung mit einem Außendurchmesser von 90 mm verlegt.

Mit dem Rechner können Sie nun den Leitungswiderstand ermitteln. Wichtig: Ziehen Sie die Wandstärke vom Außendurchmesser ab, um den korrekten Innendurchmesser zu erhalten!

* Dieser Rechner geht standardmäßig von neuen HDPE- oder PVC-Leitungen aus. Bei anderem oder älterem Material kann der Widerstand abweichen.

Wir füllen den Rechner aus:

Für die Beregnungsmaschine geben wir ein:
– Kapazität = 30 m3/Std.
– Innendurchmesser = 66mm (75mm außen mit 4,5mm Wandstärke)
– Leitungslänge = 200 Meter

Ergebnis = 16,87 Meter

Für die Transportleitung geben wir ein:
– Kapazität = 30 m3/Std.
– Innendurchmesser = 79mm (90mm außen mit 5,5mm Wandstärke)
– Leitungslänge = 100 Meter

Ergebnis = 3,52 Meter

Zusammen ergibt das einen Gesamtwiderstand von 20,39 Metern.

'Und was fange ich mit dieser Information an?'

Gute Frage! Da wir nun den Leitungswiderstand und weitere Faktoren kennen, können wir den Betriebspunkt der Pumpe bestimmen und gezielt die richtige Pumpe auswählen!

Was wissen wir noch?

A. Wir haben nur den Leitungswiderstand berechnet, nicht den der Armaturen (Winkel, Ventile etc.). Wir addieren daher 5% als Puffer hinzu und runden auf. Bei vielen Armaturen empfehlen wir eine detaillierte Erfassung. 20,39 x 1,05 = +/- 21,5 Meter.
B.  Der Wasserspiegel liegt in 5 Metern Tiefe und das Gelände steigt an, sodass die Maschine 5 Meter höher als die Quelle steht. Also: 5m Tiefe + 5m Höhenunterschied = 10 Meter, die wir addieren müssen. 21,5 + 10,0 = 31,5 Meter.
C.  Die Düse benötigt 4 bar für eine optimale Wurfweite. 1 bar entspricht ca. 10 Metern. Für 4 bar an der Düse benötigen wir also weitere 40 Meter Druck. 40 + 31,5 Meter = 71,5 Meter.

Fazit:

Wir benötigen eine Pumpe mit einem Betriebspunkt (nominal) von ca. 30 m3/Std. bei (mindestens) 71,5 Metern (7,15 bar).

Etwas mehr Druck ist kein Problem, aber wir raten von starker Überdimensionierung ab. Das verbessert die Anlage nicht, sondern verschwendet lediglich Strom und Geld.

Dies ist eine grobe, aber schnelle Methode, um den benötigten Betriebspunkt zu ermitteln. Dieser Rechner ist ein Hilfsmittel; nutzen Sie Ihren gesunden Menschenverstand und kontaktieren Sie uns im Zweifelsfall!